Kostenfreie Coronatests für alle

Am 03. März 2021 hat die Bund-Länder-Konferenz beschlossen, künftig allen Einwohnern der Bundesrepubkik Deutschland, also auch solchen ohne Beschwerden oder begründeten Ansteckungsverdacht, einmal wöchentlich einen kostenfreien Corona-Schnelltest anzubieten. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Hoffnung der verantwortlichen Politiker, dass das Testen symptomloser Menschen dazu beiträgt, die Ausbreitung des Virus zu bremsen, während unter dem Druck der Öffentlichkeit und der zahlreichen bevorstehenden Wahlen trotz stagnierender bis steigender Infektionszahlen nun Lockerungen der coronabedingten Alltagsbeschränkungen ermöglicht werden.
Für Sie heißt das:

Ab Montag, den 29.03.2021, können Sie den kostenfreien Coronatest in unserer Praxis durchführen lassen.

Bitte beachten Sie dazu die folgenden Hinweise:

  • Der Coronatest wird NUR nach telefonischer Terminvereinbarung durchgeführt
  • Um die reguläre Patientenversorgung angesichts der hohen zu erwartendenden Nachfrage nicht zu gefährden, werden die Test ausschließlich während festgelegter Zeitfenster durchgeführt: Montag bis Freitag 11 bis 12 Uhr und Montag, Dienstag und Donnerstag 17 bis 18 Uhr (kurzfristige Änderungen je nach Nachfragesituation möglich!)
  • Für den Coronatest ist KEINE Online-Terminbuchung möglich
  • Der Test erfordert obligat ein persönliches Erscheinen des Testkandidaten, mitgebrachten Proben etc. können nicht untersucht werden
  • Personen mit Symptomen müssen weiterhin einen Termin in der Sondersprechstunde vereinbaren, hier erfolgt wie bisher ein Abstrich mit PCR-Test in unserem Partnerlabor

Fragen und Antworten zum Coronatest

Warum starten Sie erst am 29. März?

Weil wir vorher Betriebsferien haben. Bei der Planung konnte die zwei Tage vor deren Beginn stattfindende Bund-Länder-Konferenz leider nicht mehr berücksichtigt werden.

Wie funktioniert der Test?

Wir testen mit sogenannten Antigen-Schnelltests, deren Aufbau mit einem handelsüblichen Schwangerschaftstest vergleichbar ist. Das aus Nase oder Rachen entnommene Abstrichmaterial wird mit einer speziellen Lösung aufbereitet und auf eine Testkarte aufgebracht. Diese Karte enthält Substanzen, die zu einer Verfärbung führen, wenn bestimmte Bestandteile des Virus in ausreichender Menge vorhanden sind. Derartige Tests haben bei sachgemäßer Durchführung eine Trefferquote von 95 bis 99 %, d. h. dass bei einer Million Tests immerhin mit 10.000 bis 50.000 falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen zu rechnen ist. Ein positiver Test muss daher auch mittels PCR (»Polymerase Chain Reaction«) verifiziert werden. Bei dieser teuren und nur in Labors verfügbaren Methode wird das Abstrichmaterial mit einem Verfahren behandelt, das die gesuchte Gensequenz des Virus auf biochemischen Weg um ein Vielfaches multipliziert und daher wesentlich empfindlichere und genauere Analysen sowie die Unterscheidung verschiedener Virusmutationen ermöglicht.

Braucht man für den Test einen Krankenversicherungsnachweis?

Ja, wir benötigen – falls im laufenden Quartal noch nicht registriert – Ihre Versichertenkarte. Für Sie ist der Test zwar kostenfrei, die tatsächlichen Kosten für Arbeit und Material werden jedoch über die Krankenversicherungen abgerechnet und anschließend vom Bund ausgeglichen. Ohne Versicherungskarte ist in der Arztpraxis daher kein Test möglich. Andere Teststellen nutzen ggf. andere Abrechnungsverfahren, die keine Versichertenkarte benötigen – in der Arztpraxis geht es nur auf diesem Weg.

Habe ich wirklich Anspruch auf einen wöchentlichen Test?

Die Verordnung sieht einen kostenfreien Test pro Person und Woche vor. Da eine Vertragsarztpraxis jedoch primär der Versorgung kranker Menschen dient und dies weiterhin unsere oberste Priorität bleiben muss, können wir Ihnen nicht garantieren, dass unsere Kapazitäten ausreichen, alle Interessenten wöchentlich zu testen. Hier gilt das Prinzip der Anmeldereihenfolge: Wenn alle Testtermine belegt sind, können keine weiteren Test erfolgen. Die Terminvergabe erfolgt grundsätzlich bevorzugt an regulär in unserer Praxis betreute Patienten.
Völlig unklar ist zudem die Liefersituation der benötigten Tests. Zwar hat das Gesundheitsministerium vollmundig versprochen, dass genug Tests vorhanden seien, allerdings obliegt die Materialbeschaffung ebenso wie die Finanzierung jeder Praxis individuell, staatliche Unterstützung gibt es hierbei nicht. Bereits nach Veröffentlichung der neuen Bestimmungen waren bisher sofort lieferbare Schnelltests nicht mehr verfügbar, es ist also damit zu rechnen, dass die Lieferanten die Nachfrage nach Tests zumindest in der Anfangszeit nicht bedienen können. Hierauf haben wir keinen Einfluss und müssen unsere Testkapazitäten daher an die Liefersituation anpassen.

Wird der Test auch für symptomatische Personen angeboten?

Nein, wer Symptome einer Erkältungskrankheit hat, wird wie bisher in der Sondersprechstunde behandelt und erhält einen PCR-Test.

Ist der Test in der Arztpraxis besser als in der Apotheke, auf dem Amt, im Supermarkt etc.?

Nein, alle Stellen, an denen Antigen-Schnelltests legal durchgeführt werden, nutzen dieselben, vom zuständigen Bundesamt zertifizierten Tests. Zwar hat das Personal in Arztpraxen in der Regel größere Erfahrung bei der Entnahme des Abstrichs (der Abstrich gilt als wichtigste Fehlerquelle bei der Durchführung!), dies zu erlernen erfordert jedoch keine besondere Qualifikation und ist rasch möglich. Auch die im Supermarkt erhätlichen Tests bieten bei richtiger Anwendung (!) ein vergleichbar zuverlässiges Testergebnis.

Was bringt mir ein negativer Test?

Eine sehr gute Frage! Betrachtet man den einzelnen Menschen, bringt ein negatives Testergebnis streng genommen gar nichts, denn es schließt a) eine vorliegende Infektion nicht absolut sicher aus und b) bedeutet nicht, dass Sie sich nicht möglicherweise schon fünf Minuten später infizieren und somit ohne Symptome bis zum nächsten Test ein unentdecktes Risiko darstellen. Sie sollten daher auch im Falle eines negativen Tests weiter streng alle Hygieneregeln befolgen und kein Risiko eingehen, andere Menschen zu infizieren – ganz so, wie sie es hoffentlich vor Beginn der Massentestung auch getan haben. Betrachtet man hingegen die große Masse aller regelmäßig getesteten Personen, stellt die Teststrategie durchaus eine attraktive Möglichkeit dar, den Großteil jener Personen »herauszufischen«, die bisher infektiös waren, ohne es zu ahnen. So kann das Verbreitungsrisiko signifkant verkleinert und die Dynamik der Pandemie gebremst werden.

Ob negativ getestete Personen im Alltag künftig Vorteile genießen (also z. B. mit Nachweis ins Kino oder ins Restaurant dürfen) ist noch offen und wird wahrscheinlich von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Die Erfahrungen mit der bisherigen Pandemie-Politik lassen ein Chaos an schwer nachvollziehbaren Regelungen erwarten …

Was passiert, wenn mein Test positiv ausfällt?

Ein positiver Antigen-Schnelltest muss mit einem hochwertigen PCR-Test im Labor bestätigt werden; diesen führen wir im entsprechenden Fall unmittelbar nach dem Schnelltestergebnis durch. Bis zum Vorliegen des endgültigen Ergebnisses (ca. 48 Stunden) müssen Sie sich umgehend in Quarantäne begeben; sollte der PCR-Test das Ergebnis bestätigen, erhalten Sie weitere Anweisungen vom zuständigen Gesundheitsamt.