Corona-Tests – wer zahlt was?

Zwar scheint (!) der Höhepunkt der Corona-Welle in Deutschland derzeit (Stand: 29.06.2020) überschritten, es gibt aufgrund verschiedener Anordnungen und Verfahrensweisen aber mittlerweile mehr Gründe für Tests als zuvor. Manche Urlauber benötigen einen Nachweis ihrer Infektfreiheit, andere wurden von der Corona-Warn-App auf einen Risikokontakt hingewiesen. Die Kosten für den Test werden nicht in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen, daher habe ich Ihnen eine kleine Übersicht zusammengestellt (bitte beachten Sie, dass sich Indikationen und Kostenträger in der derzeitigen Situation quasi täglich ändern können!).

Wichtig: Die hier gemachten Angaben gelten nur für den Landkreis Leer! Andere Landkreise können abweichende Regelungen erlassen, z. B. die kostenlose Testung von Personen ohne Beschwerden. Dies ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels für unseren Kreis nicht der Fall; eine kurzfristige Änderung ist jedoch z. B. bei Häufung von Infektionsfällen jederzeit möglich!

Sie haben Erkältungsbeschwerden: Die Krankenkasse zahlt

Mittlerweile macht es keinen Unterschied mehr, ob sie in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu infizierten Personen hatten; getestet wird auf jeden Fall. Hierfür ist ab Juli auch nicht mehr der Weg in ein Testzentrum erforderlich; der Abstrich wird direkt in unserer Praxis entnommen.

Sie wurden von der offiziellen Corona-App gewarnt: Die Krankenkasse zahlt

Jede Warnung über einen Risikokontakt durch die Corona-App der Bundesregierung gilt als Testkriterium; die Kassen übernehmen die Kosten. Sie sollten die Warnung jedoch nachweisen können (Vorzeigen der App mit Benachrichtigung über Risiko).

Ihr Urlaubshotel-/veranstalter verlangt einen Test: Die Kosten tragen Sie selbst

Urlaub ist Privatvergnügen, das gilt auch für die Begleitkosten. Wenn Sie gesund sind und den Test lediglich zur Vorlage im Hotel oder beim Veranstalter benötigen, übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht und sie müssen den Test selbst bezahlen. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass ein negativer Test rein medizinisch gesehen keinen Ausschluss einer Infektion bedeutet, da alle Tests - ob Virus-DNA oder Antikörper - unmittelbar nach der Ansteckung noch negativ ausfallen können. Benötigen Sie zusätzlich ein ärztliches Attest, das ihnen Infektfreiheit bescheinigt, ist dies ebenfalls kostenpflichtig.

Ihr Arbeitgeber verlangt einen Test: Der Arbeitgeber trägt die Kosten; Sie müssen in Vorlage treten

Wenn Ihr Arbeitgeber die Vorlage eines Tests verlangt, muss er auch die Kosten tragen. Allerdings bekommen Sie vom Labor die Rechnung, die sie dann bei Ihrem Arbeitgeber einreichen.

Sie brauchen den Test für das Krankenhaus oder eine ambulante OP: Die Krankenkasse zahlt

Benötigen Sie für eine medizinisch erforderliche Behandlung ein negatives Testergebnis, kann die Diagnostik zu Lasten der Krankenkasse zuvor in unserer Praxis erfolgen. Bitte beachten Sie dabei, dass der Test nicht älter sein darf, als in der Anforderung des Krankenhauses oder des Operateurs angegeben!

Sie möchten wissen, ob Sie Antikörper haben: Die Kosten tragen Sie selbst

Der Nachweis einer durchgemachten Infektion mittels Suche von Antikörpern im Blut ist derzeit eine Privatleistung und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Das Vorhandensein von Corona-Antikörpern ist übrigens keine Garantie für Immunität, da zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau bekannt ist, inwiefern und wie lange eine durchgemachte Infektion vor einer neuen Ansteckung schützt.

Sie wollen Ihre Blutgruppe erfahren: Die Kosten tragen Sie selbst

Es wurde viel in der Presse über eine Studie berichtet, nach der das Infektionsrisiko von der Blutgruppe abhängig sein könnte. Wer aus diesem Grund seine Blutgruppe kennen möchte, kann diese Analyse nur zu eigenen Lasten durchführen lassen. Tipp: Ein Blutspenderausweis enthält die gewünschten Informationen; wer schon einmal eine größere OP hatte, dessen Blutgruppe dürfte ebenfalls bereits analysiert worden sein.
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