Ab 2027 wird es für gesetzlich Versicherte voraussichtlich noch finsterer im deutschen Gesundheitswesen. Des Bundeskanzlers groteske Abrisstruppe hat im vergangenen Sommer das »GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz« beschlossen, das die Krankenversicherungen vor allem auf Kosten der Patient:innen und der Arztpraxen sanieren soll.
Neben vielen finanziellen Nachteilen für alle Beteiligten ist vor allem ein Umstand für alle Versicherten interessant: Das Ende des Hausarztvermittlungsfalls.
Zur Erinnerung: Der sogenannte Hausarztvermittlungsfall wurde zum 1. September 2019 eingeführt. Seitdem konnten Hausarztpraxen Patient:innen bei medizinischer Dringlichkeit direkt einen zeitnahen Termin in einer fachärztlichen Praxis vermitteln. Für den damit verbundenen zusätzlichen organisatorischen Aufwand sowie die kurzfristige fachärztliche Behandlung sah der Gesetzgeber eine gesonderte Vergütung vor.
Dieses Instrument wird nun zum 01.01.2027 wieder abgeschafft, was die mittlerweile schon wieder abgelöste Gesundheitsministerin Nina Warken in völliger Verkennung der Realität mit fehlender Wirksamkeit begründet hat.
Tatsächlich war das Gegenteil der Fall: In meiner Praxis konnten wir auf diesem Weg unzähligen Patienten kurzfristige Termine bei Fachärzt:innen besorgen, auf die sie sonst Wochen bis Monate hätten warten müssen, insbesondere in unserer ländlichen Region mit ihrem geringen Facharztdichte. Aber damit ist nun wieder Schluss und Sie können sich darauf einstellen mit einer kaputten Schulter oder verkalkten Herzkranzgefäßen ewig auf einen Termin beim Spezialisten warten zu müssen.
Deshalb mein Tipp: Nutzen Sie die Gelegenheit und melden Sie sich noch im vierten Quartal 2026 bei uns, wenn Sie einen kurzfristigen Facharzttermin benötigen!
Kalkulieren Sie dabei auch ein, dass zum Jahresende feiertagsbedingt weniger Kapazitäten verfügbar sind und verschieben Sie Ihr Anliegen nicht bis Mitte Dezember.
Noch ein Hinweis: Manche Facharztpraxen vergeben jetzt schon keine Termine mehr für 2027, da infolge des o. g. Gesetzes auch das verfügbare Budget für kassenärztliche Behandlungen noch völlig unklar ist und die Kolleg:innen gar nicht wissen, wie sie für das kommende Jahr betriebswirtschaftlich sauber planen können.