Informationen zu Zeckenbissen und übertragbaren Krankheiten

Sobald es wärmer wird und sich die Menschen in der Natur oder im Garten aufhalten, häufen sich die Kontakte mit Zecken. Dabei handelt es sich um eine Milbenart, deren unangenehme Angewohnheit es ist, sich vom Blut anderer Lebewesen zu ernähren. Sie erkennen ihre potentiellen Opfer am Geruch und wandern auf dem Wirtskörper meist unbemerkt zu einer dünnhäutigen Stelle, wo sie sich festbeißen und vollsaugen. Nach der Blutmahlzeit fallen sie von alleine wieder ab.

Zecken können insbesondere zwei komplikationsträchtige Erkrankungen übertragen

  • Borreliose (häufiger), eine bakterielle Infektion, die zumeist ohne Krankheitssymptome verläuft, in einigen Fällen aber zu langfristigen Beschwerden (z. B. der Gelenke, aber auch des Nervensystems) führen kann. Die Borreliose kann mit einem Antibiotikum (= Wirkstoff gegen Bakterien) behandelt werden; eine Impfung wird nicht angeboten.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis; seltener), eine Virusinfektion, die insbesondere zu einer Entzündung der Hirnhäute und Strukturen des zentralen Nervensystems führt, schwere Komplikationen verursachen und auch zum Tod führen kann. Eine Infektion mit FSME ist ursächlich nicht behandelbar; Schutz bietet nur eine Impfung. Informationen hierzu erhalten Sie in unserer Praxis.

Was tun, wenn eine Zecke gebissen hat?

Eine noch am Körper befindliche Zecke kann entfernt werden, indem man vorsichtig in vertikaler Richtung daran zieht (z. B. mit einer Pinzette); auch eine spezielle Entfernungshilfe (z. B. eine „Zeckenkarte“) funktioniert gut. Nach der Entfernung sollte die Bissstelle desinfiziert werden. Verbleibt ein Rest der Zecke in der Wunde, kommen Sie am besten in der Praxis vorbei und lassen sie diesen entfernen. Von diversen Hausmitteln wie Klebstoff, Öl usw. ist abzuraten.

Ist ein Antibiotikum nötig?

Nicht jeder Zeckenbiss muss antibiotisch behandelt werden, meist reicht eine Desinfektion der Wunde aus, um sekundäre Infektionen durch Eindringen von Hautkeimen o. ä. zu verhindern. Nur wenn sich aufgrund des Hautbefundes (zunehmende Rötung, innen blass) oder anderer Beschwerden ein klinischer Hinweis auf das Vorliegen einer Borrelien-Infektion ergibt, ist die Einnahme eines Antibiotikums sinnvoll. Fragen Sie im Zweifelsfall einfach in der Praxis.

Ist ein Labortest sinnvoll?

  • Borreliose: Ohne Beschwerden oder klinischen Verdacht auf eine Borreliose ist ein Labortest nicht sinnvoll, da ein positiver Befund nicht zwingend mit einer akuten Infektion gleichzusetzen ist. Bis zu 20 % der Erwachsenen haben Borrelien-Antikörper im Blut, ohne jemals krank gewesen zu sein; ein Antikörpernachweis kann zurückliegende Infektionen nicht sicher von einer frischen Ansteckung unterscheiden.
    Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, die entfernte Zecke an das Labor zu senden und prüfen zu lassen, ob diese Borrelien enthält, allerdings wird dieses Verfahren nicht von der Krankenkasse erstattet und sagt nichts über das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Infektion beim Betroffenen aus.FSME: Aufgrund der auch in einem Risikogebiet geringen Wahrscheinlichkeit, sich durch einen Zeckenbiss mit dem FSME-Virus zu infizieren, ist eine Labordiagnostik ohne konkreten Verdacht auf eine Infektion nicht empfehlenswert, zumal der Test aufgrund von Kreuzreaktionen mit Antikörpern gegen andere Viren (auch nach Impfungen) häufig falsch positiv ausfällt.

Haben Sie noch Fragen zu Borreliose, FSME oder der Schutzimpfung? Wir sind gerne für Sie da!